Die Kundgebung der Gesundheitsberufe am 22. November auf dem Bundesplatz in Bern vereinte über 5000 Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen. Überdurchschnittlich viele Biomedizinische Analytikerinnen und Analytiker aus allen Landesteilen folgten dem Aufruf von labmed und machten auf die zunehmend belastenden Arbeitsbedingungen und die verzögerte Umsetzung der Pflegeinitiative aufmerksam.
2021 entschied die Bevölkerung zugunsten der Pflegeinitiative. Diese verfolgt zwei zentrale Ziele: einerseits die Ausbildungsoffensive, um genügend Fachpersonal für die Zukunft zu sichern, und andererseits verbindliche Massnahmen für bessere Arbeitsbedingungen. Während die erste Etappe – der Ausbau der Ausbildungsplätze – bereits angelaufen ist, stockt die Umsetzung der zweiten Etappe. Diese betrifft essenzielle Punkte wie sichere Personalstandards, verlässliche Dienstpläne, angemessene Löhne und eine stabile Finanzierung.
Eindrücke eines entschlossenen Protests
Auf zahlreichen Transparenten brachten die Teilnehmenden ihren Unmut über die Situation zum Ausdruck. Deutlich wurde insbesondere die wachsende Belastung, die Verzögerungen in politischen Prozessen sowie der Wunsch nach spürbaren Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Die Atmosphäre auf dem Bundesplatz war geprägt von Entschlossenheit, Solidarität und dem Bewusstsein, dass Veränderungen dringend notwendig sind.
Deutliche Worte an Politik und Gesellschaft
Während der Kundgebung wurden zentrale Forderungen an die Politik formuliert: faire Löhne, gesunde Arbeitsbedingungen, verbindliche Personalstandards und eine gesicherte Finanzierung der Gesundheitsberufe. Auch die biomedizinische Analytik machte ihre Anliegen klar sichtbar. In der Rede der Biomedizinischen Analytikerinnen und Analytiker hiess es: «Unser Appell ist kompromisslos: Ohne BMA gibt es keine moderne Medizin.» Diese Worte verdeutlichten die systemrelevante Rolle der Labordiagnostik und die Notwendigkeit, dem Berufsstand auf politischer Ebene mehr Gewicht zu geben.

Edu Bühler verlas die Forderungen der BMA und unterstrich die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige Laborarbeit. Insgesamt nahmen über 50 Biomedizinische Analytikerinnen und Analytiker aus allen labmed-Sektionen an der Kundgebung teil.
«Die Teilnahme der BMA an der Kundgebung war von grosser Bedeutung, da wir dadurch erstmals eine klare öffentliche Sichtbarkeit erreicht haben. Diesen Weg werden wir auch in Zukunft konsequent weiterverfolgen.»
Maria Hagmann, Leiterin Kommission Berufspolitik
Politische Relevanz und Forderungen
Die Forderungen von labmed und den BMA decken sich mit den zentralen Anliegen der Gesundheitsberufe: Anerkennung, stabile Finanzierung, faire Arbeitsbedingungen und Mitsprache in politischen Prozessen. Da 80 Prozent aller Diagnosen auf Laborwerten basieren, ist die Sicherstellung einer leistungsfähigen Labordiagnostik essenziell für die gesamte Gesundheitsversorgung. Die Kundgebung hat deutlich gemacht, dass die BMA bereit sind, für ihre Anliegen einzustehen und Verantwortung zu übernehmen.
Für labmed und die Biomedizinischen Analytikerinnen und Analytiker war die Teilnahme ein kraftvolles Zeichen der Solidarität. Ein Schritt hin zu mehr Sichtbarkeit und Anerkennung eines unverzichtbaren Berufsstands.