Berner Tagung 2025: tierisch guet

12. Februar 2026

Ein Referent steht auf einer Bühne neben einer grossformatigen Leinwand, auf der zwei Grizzlybären zu sehen sind, die sich aufrichten und gegenseitig anbrüllen.
Der Biologe und Bärenexperte David Bittner gewährte in seinem Vortrag eindrückliche Einblicke in seine Feldforschung. (Fotos: Oliver Kocher)
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Die Berner Tagung 2025 widmete sich der vielfältigen Beziehung zwischen Tier, Mensch und Medizin. Sie verband Praxis, Forschung und Labordiagnostik und zeigte eindrücklich auf, wie eng diese Bereiche miteinander verflochten sind.

Nach der Begrüssung durch die Sektionspräsidentin Christina Vitali und der Moderation durch Myriam Legros führte die Tagung Schritt für Schritt von der praktischen Tierhaltung über Forschungskontexte bis hin zur Laborrealität.

Tierwohl und Artenschutz

Den Auftakt machte Christian Manser, der als sogenannter «Kuhflüsterer» aufzeigte, wie ein vertieftes Verständnis des Tierverhaltens Stress reduziert und Erkrankungen vorbeugen kann.

Fredy Knie Junior sprach über seine jahrzehntelange Arbeit mit Pferden und stellte in seinem Vortrag Tierwohl, Geduld und Vertrauen ins Zentrum.

Dominik Ryser, Leiter Kommunikation im Zoo Zürich, zeigte anschliessend auf, wie Zoos dem menschengemachten Artensterben durch Erhaltungszuchtprogramme und Auswilderungen entgegenwirken. Gleichzeitig erfüllt der Zoo einen wichtigen Bildungsauftrag, indem er auch auf weniger bekannte, aber bedrohte Arten aufmerksam macht.

Diagnostik zwischen Tier und Labor

Den direkten Übergang zur Laborpraxis schuf Barbara Riond mit ihrem Referat zur veterinärmedizinischen Diagnostik. Viele Analysen werden von Biomedizinischen Analytikerinnen und Analytikern durchgeführt, obwohl diese nicht spezifisch dafür ausgebildet sind. Die grossen Unterschiede zwischen Tierarten – insbesondere in der Hämatologie – stellen hohe Anforderungen an Fachwissen und Erfahrung. Automatisierte Systeme sind oft limitiert, weshalb die manuelle mikroskopische Beurteilung von Blutausstrichen weiterhin von zentraler Bedeutung ist.

Barbara Riond und Caroline Frey zeigten in ihren Referaten die Herausforderungen der veterinärmedizinischen Labordiagnostik sowie die Bedeutung zoonotischer Parasiten für den Menschen.

Wie relevant diese Kompetenzen auch über die Veterinärdiagnostik hinaus sind, zeigten die Beiträge von Kathrin Summermatter und Caroline Frey. Forschung zu Virenreservoiren wie Fledermäusen sowie zu zoonotischen Parasiten verdeutlicht die enge Verbindung zwischen Tier und Mensch.

Ausblick

Die nächste Berner Tagung findet am 21. November 2026 statt und steht unter dem Motto «And the oscar goes to …». Die Teilnehmenden dürfen sich erneut auf ein abwechslungsreiches und thematisch breit abgestütztes Programm freuen.

Oliver Kocher

Oliver Kocher

BMA HF, Dozent an der höheren Fachschule für Biomedizinische Analytik (Fachbereich Hämostase) und Vorstandsmitglied der labmed Sektion Bern

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